Artikelbild Street Style Photography

Street Style Photography: Ein Beispiel

Street Photography ist in Deutschland schwierig. Deutschland hat zu diesem Genre der Fotografie eine in meinen Augen schizophrene Einstellung! Mein Lösungsansatz ist das fotografieren von Street mit Model. Ich nenne es Street Style Photography.

Wir sind bereit hohe Eintrittspreise für Fotoausstellungen mit Bildern von Menschen die weit, weit weg auf anderen Kontinenten leben zu bezahlen. Bilder von Menschen aus Südamerika, Afrika, Asien. Bilder die die Menschen unverblümt in ihrem Alltag zeigen. Hier in Freiburg muss ich immer mit Pöbeleien rechnen. Mir ist auch ein Fall eines tätlichen Angriffs auf einen Fotografen bekannt. Wir schauen zu wie nackte Kleinkinder in den Freiburger Bächle und Brunnen fotografiert werden. Tauchen diese Bilder öffentlich auf ist das Geschrei groß. Es sei denn es ist ein Foto in einer der oben genannten Ausstellungen.
Das nur mal so als Gedankengang. In Wirklichkeit ist ja alles viel komplizierter.

Als Street Photography werden im Allgemeinen ungestellte Bilder des alltäglichen Lebens im öffentlichen Raum bezeichnet. Für die Einen nur Knipserei für die Anderen eine Kunstform.

Der Street Zwiespalt

Ungestellte Bilder sind für Street Fotografen mit etwas Erfahrung eigentlich die Ausnahme. Die Streeter werden jetzt aufschreien. Last es mich deshalb erklären.

Man entwickelt im Laufe der Zeit ein Gespür dafür was als nächstes passiert. Menschen sind berechenbar. Möchte man jemanden beim Bratwurst essen fotografieren geht man in die Nähe einer Imbissbude, lange Schatten morgens oder abends, Menschen in Eile gibt es in der Nähe von Bahnhöfen usw. Durch die Wahl der Location sind also auch die Bilder die entstehen vorprogrammiert, ist logisch oder.

Durch diese Planbarkeit fällt das Ungestellt etwas hinten runter. Auch die Lichtsetzung haben Street Fotografen mit einem Blick auf die Armbanduhr und einen in den Himmel im Griff. Bleibt also nur noch der Unsicherheitsfaktor Mensch. Wie oben beschrieben sind Menschen aber planbar. Man braucht halt einfach nur die nötige Zeit bis die passende Person vorbei kommt.

Wenn ich für meine Street Bilder fast alles planen kann und nur dann auf den Auslöser drücke wenn die passende Person auch da ist, warum dann nicht gleich ein Model mitbringen? Das fotografieren von Street Scenen nenne ich Street Style Photography. Das hört sich jetzt so an als wenn es das Bilder machen erleichtert. Das stimmt aber leider auch nicht wirklich. Menschen die wissen das sie fotografiert werden fallen in Posen oder wirken verkrampft. Beides ist für ein Bild mit einer ungestellten Scene nicht förderlich. Aber es ist machbar.

Beispiele für Street Style Photography Bilder

Ich möchte hier ein paar Bilder aus einem Shooting mit Sayoko einem erfahrenen Model aus der Model Kartei vorstellen und besprechen.

Das Shooting war für mich ein Test für mein Projekt BilderBuchFreiburg.de. Ich wollte in kurzer Zeit mehrere Location schnell mit Model durchknipsen. Mein Ziel war wohl zu ambitioniert. Bilder brauchen einfach Zeit. Aber natürlich habe ich ein paar zeigenswerte Bilder mit nach Hause gebracht die zur Kategorie Street Style Photography gehören.

Der Rathausplatz in Freiburg

Sayoko Rathausplatz Freiburg (07/2018)

Der Seiteneingang der Kirche wird gerne zum kurzen ausruhen genutzt. Auf der Stufe sitzen eigentlich ständig Menschen. Häufig auch mit einem Kaffeebecher in der Hand. Dieses Bild habe ich ausgewählt weil der Mann im Hintergrund gut in den Rahmen des Trollygriffs passt. Ein Bild im Bild sozusagen. Auf dem Handy eigentlich nicht erkennbar.

Vor dem Standesamt

Vorm Standesamt Freiburg

Neben dem Rathaus befindet sich die Tourist Information. Es ist also etwas absolut alltägliches das Menschen dort stehen und warten. Sayoko hatte ihren Trolly und eine Tasche mit ihren Outfits dabei. Das passte natürlich wunderbar. Der Mann im Hintergrund beim schließen der Tür und der vorbeilaufende Mann im Vordergrund verstärken die Scene und liefern noch ein bisschen Geschichte.

Der Brunnen

Der Brunnen Rathausplatz Freiburg
Ein Bild über das ein Model vielleicht nicht ganz glücklich ist. Es zeigt aber eine alltägliche Scene. Schaut mal in die Gesichter (Nicht in den Ausschnitt) von Menschen an Orten die als Treffpunkt geeignet sind. Da steht immer jemand rum der nachdenklich oder verärgert ist. An diesem Bild gefällt mir der Gegensatz von Sayokos angespanntem Gesicht und den gut gelaunten Frauen im Hintergrund. Die Einkaufstaschen runden die Scene ab.

Colombischlössle

Sayoko Colombischlössle (07/2018)
Zum Abschluss der kleinen Serie noch das Bild dem ich denn Titel „Gier“ gegeben habe.
Die Entstehung des Bildes ist ein schönes Beispiel wie sich eine Idee vor Ort entwickeln kann. Eigentlich wollte ich nur ein Bild auf dem jemand zu sehen ist der über die Brüstung schaut. Die ersten Bilder hatte ich mit meinem 58er Minolta bei Offenblende gemacht. Durch die daraus resultierende sehr kurze Belichtungszeit hatte ich viele Bilder mit geschlossenen Augen. Sayoko reagierte darauf. Sie versuchte die Augen gezielt offen zu halten und das Blinzeln zu unterbinden. Das Ergebnis seht ihr im Bild.

Schlußbemerkung

Ihr seht nicht immer zeigen Bilder die Realität. Wenn man es gut macht sind die Unterschiede von spontan und gestellt nicht zu sehen. Ihr solltet also nur den Bildern vertrauen die ihr selbst manipuliert habt.

Wer Lust hat mit mir zusammen Bilder zu machen darf sich gerne bei mir melden.


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