Krebs-Diagnose-Marathon. Teil 1

Grundsätzlich ist ja toll das sich alle kümmern, aber.

Zum aber gehört auf jeden Fall das in meinen Augen versagen unserer Politiker im Bezug auf die Gesundheitskarte. Die Auswirkungen der Datenschutzbestimmungen nehme ich inzwischen amüsiert hin ;-).

Es ist für mich im Jahr 2019 kein Problem Dokumente einem ausgewähltem Personenkreis zugänglich zu machen. Die deutsche Milliardenschwere HighEnd Medizin kann das nicht! Ich habe die technischen Möglichkeiten Befunde bei mir einzuscannen und sie von Arzt zu Arzt zu tragen. Auf der Suche nach dem Primärtumor wurde mir in 8 Tagen 3 Mal Blut abgenommen. Bestimmt nicht unnötig aber ob das nötig gewesen wäre wenn die Blutwerte von vor 3 Tagen einzusehen gewesen wären möchte ich mal in Frage stellen. Das jeder mit einem anderen Programm für den Medikamentenplan arbeitet ist bestimmt auch nicht erleichternd. Ich habe den Eindruck das hier Zeit und Geld verschwendet wird. Aber gut es um viel Geld im Gesundheitswesen und Gewinnmaximierung geht klar vor.

Diagnose. Was bisher geschah.

Ich möchte hier nicht zu sehr ins Detail gehen. Da ich es mit Spezialisten zu tun habe komme ich ganz schön rum. Für mich in Freiburg kein Problem. Wie das Menschen auf dem Land die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind schaffen sollen weis ich nicht. Für Menschen die wie ich von Grundsicherung bzw. Hartz 4 leben ohne Sozialticket eigentlich auch nicht finanzierbar. Das stellt die Politik der Christlichen Grundwerte in den Nachbarlandkreisen auch in Frage.

  • 13.12.2018 Überweisung zum Hautarzt bekommen
  • 14.12.2018 Glück gehabt und sofort einen Termin bekommen. Normal sind Wartezeiten von 2-3 Monaten. Der Hautarzt machte einen Ultraschall und meine auf jeden Fall gutartig. Könnte ein Grützbeutel sein. Er muss aber eine Probe entnehmen um sicher sagen zu können was es ist.
  • 14.01.2019 Inzwischen war der Gnubbel weiter gewachsen. Eine Probe wurde entnommen.
  • 29.01.2019 Der Befund war da, Lipokarsom. Der Hautarzt hatte schon mit meiner Hausärztin gesprochen und einen Termin für den nächsten Tag vereinbart. Er sprach aber schon von einer Krebsgeschichte womit er nicht gerechnet hatte.
  • 01.02.2019 Termin bei der Hausärztin. Weitere Vorgehensweise besprochen.
  • 04.02.2019 11 Uhr Blutabnahme bei der Hausärztin.
  • 04.02.2019 12.10 Uhr Anruf aus der Praxis das ich sofort ins Diakonie Krankenhaus Stationär kann.
  • 04.02.2019 15 Uhr Aufnahme ins Diakonie Krankenhaus
  • 05.02.2019 Ultraschall und CT von der Lunge. Abends teilte mir der Arzt mit das es sich um ein Adenokarzinom in der Lunge handeln würde. Mann müsse das weiter einschränken.
  • 06.02.2019 Heute war die Stationsärztin da. Sie teilte mir mit das beim CT ein Blutgerinsel im Herz gefunden wurde. Das würde sie gerne noch per Ultraschall bestätigen lassen weil CT dafür nicht unbeding geeignet sei eine sichere Diagnose zu treffen. Der Ventrikelthrombus wurde bestätigt.
  • 07.02.2019 Ich darf wieder nach Hause. Ich habe aber schon einen Termin für den Onkologe am Montag in der Tasche. Mein Wissensstand zu dem Zeitpunkt. Lungenkrebs und Ventrikelthrombus. Lebenserwartung irgendwo zwischen Stunden und Jahrzehnten.
  • 08.02.2019 Kurzbesuch bei meiner Hausärztin Befund und Neuen Medikamentenplan abgeben.
  • 11.02.2019 Termin beim Onkologen. Der Onkologe stellt alles in Frage. Die bisherige Diagnostik ist zu ungenau. Wie alle anderen Ärzte zuvor macht auch er einen Guten Eindruck. Ich habe auch bei Ihm das Gefühl das er weiß was er macht. Während mir Blut abgenommen wird organisiert mir das Praxisteam einen Termin für Donnerstag 14.02. 8.30 Uhr in der Uniklinik / Thoraxchirurgie. Den Ventrikelthrombus soll ich nochmal von meinem Kardiologen klären lassen.
  • 11.02.2019 15 Uhr Wie vom Onkologen gewünscht habe ich versucht einen Termin bei meinem Kardiologen zu bekommen. Am Telefon wurde mir gesagt das das über meinen Hausarzt laufen muss. Schön wenn man nur 3 Häuser weiter muss. Meine Hausärztin hat dann auch mit meinem Kardiologen telefoniert. Die Kommunikation der kurzen Wege fasziniert mich. Mein Kardiologe meinte das ich mit meiner Trombosespritze aktuell bestens versorgt bin. Die Alternative wäre Marcumar und das bräuchte sehr lange um es wieder aus dem Körper zu bekommen damit man mich operieren kann.
  • 13.03.2019 Erster Kontakt in der Strahlen Klinik. Der Arzt empfiehlt mir eine Kombination aus Chemo und Bestrahlung. Da die Metastase vollständig entfernt werden konnte und keine weiteren beim PET-CT gefunden wurden besteht eine Chance auf Heilung.
  • 15.03.2019 MRT Schädel. Konnte wegen des Defibrillators nicht durchgeführt werden. Danach Wundkontrolle Thorax Chirurgie.
  • 18.03.2019 10Uhr Wundkontrolle Thoraxchirurgie, 12 Uhr Kontrolle Defibrillator. Muss nach jeder Bestrahlung kontrolliert werden. 14 Uhr Strahlenklinik. CT zur Bestrahlungsplanung.

Wie es mir dabei geht.

Mir geht es erstaunlich gut mit der Situation. Da ja alles noch ungewiss ist habe ich begonnen mein Leben abzuwickeln. Ich bin noch fit und kann alles wie bisher selbstständig erledigen. Da sich das allerdings schnell ändern kann möchte ich alles für den Supergau vorbereiten. Vorbild sind dabei für mich die alten Menschen die ich Anfang der 90er in einem Altenpflegeheim kennen lernen durfte. Sie ruhten alle in sich selbst und sahen dem sterben entspannt entgegen.

Mein offener Umgang kommt auch bei meinen Angehörigen gut an. Jeder geht mit dem Thema auf seine persönliche Art und Weise um und das ist auch gut so. So hat jeder die Möglichkeit seine Angelegenheiten mit mir zu regeln. Noch gehen wir alle davon aus das es noch einige Zeit dauern wird.


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