Diagnose Liposarkom / Krebs

Es begann recht unspektakulär. Jetzt steht der Tod im Raum.

Wie geht man mit so einer Situation um? Am Ende stirbt doch jeder für sich alleine. Ich habe mich dazu entschieden so etwas wie ein Tagebuch zu schreiben. Die Situation ist irgendwie surreal. Aber gut was soll es. Rückblickend ist in meinem Leben ja auch fast nichts normal verlaufen ;-). Dazu aber vielleicht später mehr.

Schreiben soll helfen.

Als ich vor 20 Jahren meine Lebensgefährtin 6 Tage vor der Geburt unserer Tochter Tod zuhause fand gab mir meine damalige Chefin den Tipp zu Schreiben. Es würde helfen mit der Situation fertig zu werden. Das habe ich damals natürlich nicht gemacht.

Mit den Möglichkeiten die mir heute zur Verfügung stehen sieht das anders aus. Es geht mir auch darum dem Tabuthema Tod entgegenzutreten. Auf Grund meiner Herzerkrankung ist das Thema Tod für mich ja nichts neues. Ich lebe schon seit 13 Jahren seit meinem ersten Infarkt damit. Die 3 Tage Intensivstation vor gut 2 Jahren haben mir das auch nochmal klar vor Augen geführt. Mit der aktuellen Diagnose rückt das Thema noch näher. Aktuell ist noch nicht bekannt welche Krebsart sich den wirklich in meinem Körper heimisch fühlt. Meine Lebenserwartung liegt also nach aktuellem Stand zwischen Monaten und Jahren.

Ich merke aber jetzt schon beim Schreiben das es mir gut tut. Mein irrsinniges Kopfkino in Sätze zu fassen beruhigt unheimlich und nimmt dem ganzen seltsamer Weise den Schrecken.

Was bisher geschah.

Im August / September 2018 fiel mir ein sehr kleiner Knubbel in der rechten Brust auf. Meiner Hausärztin meinte das könnte eine Abkapselung sein, einfach mal beobachte. 3 Monate später war der Knubbel schon deutlich gewachsen und ich bekam eine Überweisung zum Hautarzt. Ich bekam dort auch sofort einen Termin. Der Hautarzt meinte bei einer Ultraschall Untersuchung „Auf jeden Fall Gutartig. Muss man aufschneiden und nachsehen was es wirklich ist. Könnte ein Grützbeutel sein.“ Einen Termin zur Entnahme einer Probe bekam ich auch gleich. Nur 4 Wochen Wartezeit. In den 4 Wochen wuchs der Knubbel zu einer mächtigen Beule heran. Der Befund war niederschmetternd.

Ich möchte hier ganz klar sagen das ich die medizinische Versorgung und den gesamten Ablauf als sehr zügig empfunden habe. Von meiner Seite gibt es keinerlei Vorwürfe einer Verschleppung oder Verzögerung.

Der Befund

Vereinfacht gesagt ist der vermeintliche Grützbeutel eine Metastase irgend einer Krebsart.
Zum vergrößern einfach aufs Bild klicken. Dann kann man es auch lesen ;-).

Wie geht es weiter.

Auch hier muss ich meine Ärzte loben. Der Hautarzt hatte schon bevor er mit mir sprach mit meiner Hausärztin Kontakt aufgenommen. Mit der klaren Aufforderung am nächsten Tag 01.02.2019 um 10.45 Uhr bei ihr vorbeizuschauen. Da ich die Diagnose mit einem Gläschen Gutedel zuviel „gefeiert“ hatte war der Termin für mich nicht einzuhalten. Es kam auch promt ein Anruf das ich mich melden soll. Ich war dann mittags bei Ihr. Sie hatte mir schon einen Termin für ein CT zur Lokalisierung des Primärtumors organisiert, Danke.

Es hilft mir unheimlich das Gefühl zu haben das die Ärzte professionell ihren „Job“ machen ohne in Panik zu verfallen. Das Gefühl sehr gut aufgehoben zu sein ist im Moment unbezahlbar. Das gilt auch für meine nächsten Angehörigen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.