A Weizen a day keeps the doctor away ^^

Eigentlich hätte ich gestern den Termin zur Lungenbiopsie in der Thoraxchirurgie in der Uniklinik Freiburg gehabt. Der Termin wurde auf Freitag (22.02.19) verschoben. Da kam mir Michaels Anfrage ob ich Lust auf ein Bier hätte gerade richtig 😉. Und siehe da ich bin heute Morgen schmerzfrei aufgewacht.

Ein Stück Normalität tut gut.

Es ist einfach angenehm und unterhaltsam zwischen den Gesprächen mit Angehörigen und Ärzten sich einfach mal über was anderes zu unterhalten. Natürlich geht es auch immer wieder um das Thema sterben bei der Diagnose Lungenkrebs. Aber Leute, jeder der einen Neuen Job anfängt oder sich eine neue Kamera gekauft hat spricht über das Neue in seinem Leben bzw. wird dazu befragt. Also alles ganz normal.


Kranke sind keine unberührbaren Aussätzige!

Ich kann natürlich nur für mich sprechen. Aus einigen Gesprächen weiß ich das alle wissen das man jeden Tag sterben kann. Die Floskel „Sterben gehört zum Leben dazu.“ Kommt jedem über die Lippen 😉.

Aus dem irgendwann ist bei mir jetzt lediglich eine definierbarere Zeitspanne geworden. Mit dem Blutgerinnsel im Herz liegt es bei Stunden bis Jahre mit dem Lungenkrebs. Es ist also noch lange nicht aller Tage Abend. Da ich dem Tod schon mehrfach von der Schippe gesprungen bin lebe ich wohl auch schon in gewisser Weis in der Anderswelt. Noch wandle ich aber im Hier und Jetzt.

Natürlich ist sterben eine sehr persönliche Geschichte. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen das Todkranke Menschen weiterhin am normalen Leben teilnehmen möchten soweit es ihnen noch möglich ist. Die Angst nicht die richtigen Worte zu finden ist in meinen Augen absolut unbegründet. Gespräche, und dazu gehören auch solche Fragen wie „Hast du Angst vor dem Tod.“ sind persönlich helfen aber beiden Seiten einen entspannten Umgang trotz schwieriger Situation zu finden.

Meine Bitte: Habt keine Scheu vor den Menschen, die direkt mit dem Tod konfrontiert sind.

Der Neuanfang wird kommen.

Ich sehe mich am Anfang eines neuen Lebensabschnitts. Ich befreie mich derzeit von allem überflüssigen Ballast. Man kann es wohl vergleichen mit einem Auswanderer, der alles regelt, um neu anzufangen. Noch lebe ich also bin ich.

Michael wurde gestern Opfer meiner Neuorganisation *lach*. Eigentlich wollten wir nur unsere Stative tauschen, weil Michael für ein sehr Interessantes Fotoprojekt kurz mal etwas Stabileres gebrauchen kann. Die Gelegenheit habe ich genutzt um Ihm meine für mich überflüssigen Lichtstative, Lichtformer, Stoff usw. mitzugeben. Auf diese Dinge war ich einst sehr stolz. Jetzt sind sie für mich wertloser Ballast. Was aussieht wie ein entsorgen ist für mich die Optimierung meines Equipments! Es ist auch schön zu wissen das die Dinge vielleicht nochmal gebraucht werden, um Bilder entstehen zu lassen. Ein klein wenig spielt wohl auch der Gedanke mit einem Fußabdruck zu hinterlassen. Mir ist schon klar das das Zeug letztendlich auf dem Müll irgendwann landen wird. So fühlt es sich aber für mich besser an 😉.

Durch meine Reduktion auf das wesentliche wird es für mich jetzt auch einfacher nochmal ein Projekt zu starten. Irgendwie lassen mich die Streifen nicht los. 2020 feiert Freiburg 900 Jahre Stadtgründung. Das sind schon mal genug Gründe ein neues Streifenkleid Projekt in Angriff zu nehmen. Das Problem wird aber wohl sein ein Model zu finden das die Mentale stärke hat mit mir so eine Serie zu starten. Ich habe da aber auch schon eine Idee.

Das war jetzt etwas viel und vielleicht auch etwas durcheinander aber im Moment habe ich viel um die Ohren. Bis die Tage.

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