Minolta Altglas der Umstieg


Zum einjährigen von Leininger.Photography steht eine gravierende Änderung ins Haus.
Ich habe mich dazu entschlossen auf die guten alten manuellen Objektive von Minolta „Minolta Altglas“ umzusteigen! Wer nicht weiß was mit Minolta Altglas gemeint ist findet die Erklärung am Artikelende.

Warum Minolta Objektive?

Um es kurz zu sagen: „Die Bildwirkung empfinde ich als sehr beeindruckend.“

Im Zeitalter von Full HD, 4K, HDR und Retina Displays empfinde ich die Bildwirkung der alten Minolta Objektive als ausgesprochen angenehm. Mit ihnen zu fotografieren ist etwas Besonderes.

Im Vergleich zu den modernen Vollautomatiklinsen ist das Fotografieren mit den Altgläsern eine ganz andere Welt. Das Fotografieren ist viel bewusster. Die Bildgestaltung rückt viel stärker in den Vordergrund. Das kann man zwar auch mit den modernen Objektiven machen, es fühlt sich aber einfach anders an. Ich möchte das mal mit einer Karotte aus konventionellem Anbau und ökologischem Anbau vergleichen. Beides sind unterm Strich nur Karotten! Und doch wird die öko Karotte als höherwertiger eingestuft.

Die Minolta Altglas Farben

Die Minolta Objektive hatten damals schon den Ruf einer besonderen Farbgebung. Mir gefällt es einfach. Das Blau ist einfach besonders. Diese besondere Farbgebung ist ein weiterer Grund für den Wechsel. Er entspricht in etwa meiner Wahrnehmung der Umgebung. Man könnte auch sagen die Bildbearbeitung ist schon eingebaut.

 

Minolta Objektive und Portraits

Mit meiner Micro Four Thirds (Lumix G81) Kamera verdoppelt sich die Brennweite bezüglich des Bildausschnitts. Das bedeutet das ich mit dem Minolta 58mm 1:1.4 den Bildausschnitt eines 116mm Objektivs an einer Vollformatkamera habe. Aber die Bildwirkung der 58mm. Mit einem doppelt so großen Tiefenschärfebereich im Vergleich zum Vollformat. Das oben genannte Objektiv soll in den 80er Jahren von David Hamilton für seine Mädchenbilder verwendet worden sein. Durch die Verdoppelungen sind sie geradezu prädestiniert für Portraits an MFT Kameras. Das zum Teil recht starke weichzeichnen bei Offenblende des 58ers ist eine Geschmacksfrage.

Portrait Minolta Altglas 58mm 1.4 MCII

Gedankengang: Warum geben Fotografen Unmengen von Geld aus für die Mega Kamera und ein ultraknackscharfes Objektiv, wenn die Bilder hinterher aufwändig in Photoshop mit dem Gaußschen Weichzeichner wieder „kaputt“ gemacht werden müssen.

Wie oben beschrieben die Minolta Altgläser haben diese Bildbearbeitung schon eingebaut. Ich greife also schon während des Fotografierens bewusst in die Bildgestaltung ein. Für meine Bilder sehe ich darin einen ungeheuren Vorteil. Vor dem Erstellen des Bildes wird entschieden wie es hinterher aussieht und nicht irgendwann später nach Lust und Laune in der Bildbearbeitung 😉.

Manuelle Objektive in der Street Photography

Titisee Minolta 58mm 1.4Kurz gesagt: Für mich sind die manuellen Objektive eine Bereicherung!

Ich kritisiere schon seit einiger Zeit das die Street Photography unter dem wilden geknipse und der nicht vorhandenen Bildgestaltung leidet. Ich weiß, ich habe auch mal angefangen.

Mit den manuellen Linsen wird das Fotografieren auf der Straße entschleunigt. Ich bin schon vor einigen Monaten dazu übergegangen die Bildgestaltung vor den „Schnappschuss“ zu stellen.

Durch meine Herzinsuffizienz bin ich einfach nicht mehr so gut zu Fuß. Ich kann meine „Modelle“ also nicht mehr einfach überholen und abpassen. Insgesamt bin ich auch ruhiger geworden 😉. Somit sind die manuellen Objektive für mich eigentlich auch nur eine konsequente Optimierung meiner neuen Herangehensweise.

Der Skeptiker wird jetzt sagen: „Ja aber die Reaktionszeit ist doch viiiel länger.“

Dem möchte ich wiedersprechen!

Mit dem 25er Olympus musste ich erst den Fokuspunkt setzen dann musste die Kamera fokussieren dann wurde ausgelöst. Wenn ich Pech hatte hat der Autofokus auf was anderes fokussiert. Mit dem manuellen Objektiv kann ich genauso schnell die Entfernung einstellen und ich kann den Bildausschnitt verändern ohne das der Fokus danebengreift. Mit 24mm Brennweite am MFT Sensor habe ich sowieso einen Tiefenschärfebereich von hier bis Tokyo 😉.
Es braucht halt etwas Übung.

Hier ein Beispiel mit dem 58er MCII. Ich finde die Bildwirkung und den möglichen Kontrast auch beeindruckend. Es hat halt auch einen Grund das Leitz für ihre Leica Objektive Berechnungen von Minolta verwendet hat.

Zusammenfassend

Der Umstieg auf die Minolta Objektive hat also in erster Linie subjektive Gründe. Ich glaube die manuellen Objektive passen besser zu mir und meiner Art Bilder zu machen.

Die Zukunft wird zeigen ob die Entscheidung richtig war.


Was ist Minolta Altglas?

Als „Altglas“ bezeichnet man die alten manuellen Objektive aus den 60er, 70er und 80er Jahren. Sie verfügen über keine Elektronik. Die Blende muss am Blendenring händisch eingestellt werden. Die Objektive verfügen auch über keinen Autofokus. Dieser muss auch von Hand eingestellt werden. Da ich mich für Minolta entschieden habe –> Minolta Altglas 😉

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