Architektur in Schwarzweiss

Lesen bildet


„WhupWhup“

Es heißt ja lesen bildet. Und damit ich nicht ganz dumm sterbe habe ich mir mal wieder ein Buch gekauft 😊. Menschen im A-Schritt vor einer Wand ist doch auf Dauer ein wenig fad.

Ich dachte mir „Architektur in Schwarzweiß“ (Buchbesprechung folgt) macht da wirklich Sinn. Ich wollte mir Anregungen holen wie ich Menschen geschickter in Interaktion mit der Umwelt darstellen kann. Der Reiz der Street-Style Fotografie ist ja auch die Vielfalt. Diese Vielfalt verlangt vom Fotografen allerdings Kenntnis in vielen, vielen Genres der Fotografie.

Leider ist das den wenigsten bewusst.

Bei uns wird wildes geknipse gerne als „Brechen der Regeln“ verkauft. Hier stellt sich dann die alte Frage: „Wie kann jemand eine Regel brechen, wenn er sie gar nicht kennt.“ Ups, ich schweife ab.

 

Wer auf der Straße fotografiert muss mit allem zurechtkommen können. Egal wie gut man sich auch vorbereitet. Die Realität ist sehr häufig einfach anders. Das ist der große Unterschied zum Studio-Fotografen. Im Studio kann man sich 100%tig auf ein Bild vorbereiten. Das Limit bestimmt das Studio und die eigene Technik. Diese Limits lassen sich aber gezielt aufheben. Auf der Straße ist der Fotograf das Limit.

 

Fotografische Limitierung

Jetzt wird es spannend.

Fotografie ist für mich eine Mischung aus Physik und Philosophie.

Die Physik

Die Technik lässt sich lernen. Mit etwas Ausdauer kann jeder die Zusammenhänge von Blende / ISO / Belichtungszeit verstehen lernen. In Lichteinheiten zu denken ist etwas abstrakt aber machbar. Ein technisch ordentliches Bild anzufertigen ist also für jeden erreichbar. Mit der aktuellen Technik wird es sogar eher schwer das nicht zu schaffen.

Die Philosophie

Mit der Philosophie der Fotografie meine ich die Themen Bildgestaltung, Bildaussage, Emotionen, Geschichte erzählen. Das sind alles sehr persönliche Punkte. Die ich als Fotograf nicht unbedingt zu jeder Zeit in der Hand habe.

Jeder Fotograf kennt die Situation das er hochmotiviert los zieht und dann vor Ort plötzlich feststellt, irgendwie ist das hier doch alles laaangweilig. Andersherum natürlich genauso. Man hat eigentlich nichts Besonderes vor und einfach so sieht man an jeder Ecke etwas das es wert ist fotografiert zu werden.

Ein unheimliches Phänomen!!

Erklären konnte ich es mir bislang nicht, ich habe es einfach hingenommen. Mein Lösungsansatz war mein Wissen zu erweitern. Sprich das Buch „Architektur in Schwarzweiß“ von Thomas Brotzler.

Siegmund Freud als Lösungsmöglichkeit?

Ja ihr lest richtig, der gute alte Siegmund Freud. In einem Einführungsartikel (Architektur als Ausdruck von Heimat und menschlichem Wirken) kramt Thomas Brotzler auch ein paar Philosophen aus. Darunter eben Sigmund Freud mit seinem Psychoanalytischen Strukturmodell, erste topische Ebene.

Ich habe auch blöd geguggt 😊.

Die Wahrnehmung unserer Umwelt in Ebenen aufzuteilen, sehr spannend. Dass was ich da gelesen habe deckt sich mit meiner persönlichen Erfahrung. Die 2. topische Ebene bei der es mehr um den Menschen geht, beeindruckend. Endlich eine Erklärung warum ich manche Bilder nicht mache. Wer hätte gedacht, dass das mit anerzogenem Anstand zu tun hat.

Lesen bildet also wirklich.

Der Blick über den Tellerrand hat sich jetzt für mich ganz anders entwickelt wie geplant. Ein kleiner Ausflug in die Psychoanalyse empfinde ich als spannende Abwechslung und letztendlich als Bereicherung meiner Möglichkeiten als Fotograf. Ich muss das ja nicht wissenschaftlich angehen. Mir reicht es wenn ich die Bausteine verwende die meinen Bildern helfen.

 

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