Der gordische Knoten des Fotografen.

Und wieder streicht ein Fotograf die Segel 😊. Seine GrĂŒnde könnt ihr hier nachlesen.

Fotograf gehört irgendwie zu den aussterbenden Berufen. Die Ursache dafĂŒr sehe ich unter anderem im gordischen Knoten des Fotografen.

(Update: Zum Jahreswechsel 2017/18 habe ich mein Gewerbe als Fotograf aus gesundheitlichen GrĂŒnden abgemeldet 🙂 )

Wie in jedem Beruf unterliegt auch der Fotograf dem technischen Wandel. Im Vergleich zu frĂŒher, den 70er / 80er Jahren, kann sich inzwischen jeder eine Kamera bzw Handy kaufen mit der er brauchbare Bilder machen kann. Mit der entsprechenden Software lassen sich Bilder auch fĂŒr Laien ordentlich aufpeppen. Das hat zwar nichts mit handwerklich ordentlicher Fotografie zu tun ist aber Mainstream tauglich. Besonders fĂŒr die meisten Privatkunden ist das ausreichend. Bei 1000 Bildern von den liebsten ist natĂŒrlich eins dabei das spitze ist. Durch die persönliche Bindung zum Bild wird es auch 2 Klassen besser empfunden.

Die Erwartung an den Fotografen.

Wer zu einem Fotografen geht möchte

  • Jana

    Einmalige besondere Bilder.

  • Die Aufnahmen sollen mit aktueller High End Technik gemacht werden.
  • Ein großes Fotostudio mit allem Schnick-Schnack.
  • Unendlich viel Zeit.
  • Unendlich viele Bilder mit aufwĂ€ndigster Beauty Retusche.
  • Kosten soll es natĂŒrlich sehr wenig.

Ihr seht das kann irgendwie nicht funktionieren. Ich weiß das es manchem meiner Leser im Leben Ă€hnlich ergeht. Beispiel Zeitarbeiter. FĂŒr 20-30% weniger Gehalt 25% mehr Leistung bringen und dann noch die Altersvorsorge selbst finanzieren. FĂŒr euch ist das der Weg in die Altersarmut fĂŒr den Fotografen der Weg in die Insolvenz und danach in die Sozialhilfe. Sorry der Ausflug musste jetzt einfach sein 😊.

Der Gordische Knoten des Fotografen

Um als Fotograf ernst genommen zu werden erwartet der Kunde teure AusrĂŒstung / Fotostudio. Diese hohen Investitionen mĂŒssen dann natĂŒrlich auf den Preis umgelegt werden. Daraus ergibt sich das ein Shooting bei einem Fotografen so immens teuer wird das es sich nur noch wenige leisten können oder möchten.

Eigentlich eine normale betriebswirtschaftliche Angelegenheit. Die Betriebskosten sind höher als der mögliche Ertrag. Eine Entwicklung die ich schon beobachtet habe bevor ich mein Gewerbe um den Fotografen erweitert habe.

Aus den oben genannten GrĂŒnden wird das „Fotografensterben“ weitergehen. Wenn der Kunde die QualitĂ€t der Bilder an der GrĂ¶ĂŸe der Kamera fest macht wird sich diese Spirale immer weiterdrehen.

Mein Lösungsansatz

In Freiburg gibt es sehr viele, sehr gute Fotografen. Die ihr Geld wirklich wert sind. Meine AusfĂŒhrungen oben machen das auch plausibel. Ich fragte mich also warum soll ich mich in einen hart umkĂ€mpften Bereich quetschen in dem ein wirtschaftliches Überleben eher unwahrscheinlich ist. Mein Gedankengang war vereinfacht gesagt:

Geringe Fixkosten = Kleine Preis

In meinen Bereichen der Fotografie, Portrait, People bzw. Street spielt die Hardware / Kamera sowieso eine eher unwichtige Rolle. Wobei ich meine Panasonic Lumix DMC-G81 mit dem Leica DG 45mm 2.8 nicht als schlecht bzw. billig bezeichnen möchte. Die Kombination erfĂŒllt seinen Zweck sehr gut. Eine Kombination die das 5fache kostet macht einfach nicht fĂŒnf Mal so gute Bilder 😉.

Auf das Studio als Kostentreiber verzichte ich gerne. Im Gegenzug habe ich mich auf MobilitĂ€t eingerichtet. Bilder, fast ĂŒberall und jederzeit, ist somit ein Alleinstellungsmerkmal von mir. Bei Bedarf kann man ein Studio und RĂ€ume einfach anmieten. Dann wird es wieder teurer und keiner will es.

Die Schattenseite meines Lösungsansatzes

Was nichts kostet ist nichts wert. Durch meine Herangehensweise kann ich im Vergleich zu meinen Kollegen andere Preise machen. Das wiederum schiebt mich in die Ecke des „Billigknipsers.“ Jetzt taucht das paradoxem auf das die niedrigen Preise den Kunden abschrecken.

Das fehlende Fotostudio beraubt mich natĂŒrlich jeglicher Laufkundschaft.

Aber ihr wisst ja: Egal wie man es macht, es ist verkehrt.

Mein Tipp fĂŒr Neu-Fotografen.

Rechnet euren Betrieb vor der GrĂŒndung ordentlich durch. Mir hat vor vielen Jahren ein 14 tĂ€giges ExistenzgrĂŒndung Seminar geholfen. Es hat mich in die Lage versetzt ohne die rosarote Brille zu planen.

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